LINKE Hartz4-Hilfe Wetterau

Wo erhalten Sie Rat und Hilfe, wenn es Probleme mit dem Jobcenter oder bei der Sozialhilfe gibt? Wer hilft beim Ausfüllen von Formularen? Wer hört sich auch mal Sorgen oder Schwierigkeiten an und begleitet Sie zu Behördenterminen?
Die „Linke Hartz4-Hilfe Wetterau“ wurde von Menschen gegründet, die Erfahrung mit Hartz4 gemacht haben.

665 15 8 2019 Vortand H4 Hilfe (v.l.n.r.) Peter Eickmann (Kasse), Anja ElFechtali (Vorsitzende), Karlheinz Hofmann (stellvertretender Vorsitzender)

Der Verein bietet:

  • ehrenamtlich Sprechstunden im Roten Laden an
    (Usagasse 26, Friedberg).
  • Jeden Montag von 14 bis 16 Uhr und jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr (werktags) können Sie Rat und Hilfe erhalten.
  • Wenn Sie das möchten, können Sie sich auch selbst engagieren.
  • Email:

 

Aktuell:

Bürgergeld ist keine Verbesserung - es ist Verarsche!

Hartz IV heißt jetzt Twix, ansonsten ändert sich nix:
Zum Bürgergeld-Kompromiss vom 22. November 2022

Die Ampelkoalition hat sich am 22. 11. 2022 mit CDU/CSU auf eine Hart4-Reform verständigt. Das Bürgergeld wird kommen. Geändert wird aber nur der Name. Vom Kernstück der Reform, die geringfügige Erleichterungen für Leistungsberechtigte bringen sollte, ist nach der Blockade des Gesetzes durch CDU/CSU im Bundesrat am 14. November so gut wie nichts übriggeblieben.

Das Sanktionsregime soll unverändert bestehen bleiben. Die geplante »Vertrauenszeit« von einem halben Jahr, in der »nur« Terminverstöße mit zehn Prozent Kürzung bestraft werden sollten, ist vom Tisch, erklärten Regierungs- und Unionsparteien am Dienstag. Wer seine Mitwirkungspflichten verletzt, sich also nach Einschätzung des Fallmanagers im Jobcenter nicht eifrig genug um den nächstliegenden Drecksjob bemüht, soll vom ersten Tag an mit zehn Prozent Kürzung bestraft werden. Im zweiten Monat sollen ihm 20 Prozent, ab dem dritten Monat 30 Prozent gestrichen werden. Von einem Existenzminimum wohlgemerkt, das zu tief angesetzt ist. 725 Euro wären das absolute Minimum, zeigen nachprüfbare Berechnungen des Paritätischen Sozialverbands; mit dem Bürgergeld ist eine Erhöhung um 53 auf 502 Euro geplant.

Für reihenweise Hartz4-Bezieher wird die Einführung des Bürgergelds sogar eine Verschlechterung bedeuten. In der Coronakrise hatte die Regierung Merkel (CDU/CSU und SPD) eine Karenzzeit für Hartz4-Neuankömmlinge beschlossen, die jetzt zum Jahresende ausläuft. Diese Regelung besagte, dass Neuankömmlinge bei Hartz4 zwei Jahre lang keinen Zwangsumzug fürchten mussten und in dieser Zeit betrug das Schonvermögen bis zu 60.000 Euro. Die Verstetigung dieser Karenzzeiten wäre die zweite Säule des mickrigen Bürgergeld-Gesetzes gewesen. Aber sie wurde in den Verhandlungen mit CDU/CSU noch mal auf halbe Höhe gestutzt. Bürgergeld-Bezieher werden nun also schon nach zwölf Monaten aus Wohnungen fliegen, die für unangemessen erachtet werden. Und sie dürfen auch nicht mehr zwei Jahre lang 60.000 Euro Vermögen behalten, sondern nur ein Jahr lang die Hälfte.

Die Unionsparteien sind zufrieden. CDU-Chef Friedrich Merz zeigte sich überrascht, zu welch weitgehenden Kompromissen die Ampelregierung bereit gewesen ist. Alexander Dobrindt, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, erklärte: »Wir haben in den Verhandlungen schwere Systemfehler im Hartz4-Update, das ja missverständlich als Bürgergeld bezeichnet wird, also schwere Fehler im Hartz4-Update beseitigen können.«
Merz hatte vor der Einigung in der Pose eines rechten Arbeiterführers nach unten getreten: Jedem Bürgergeld-Bezieher müsse es noch einmal deutlich schlechter gehen als dem ärmsten Niedriglöhner, war sein Mantra. Tatsächlich haben in der Bundesrepublik seit den Hartz-Reformen vor 20 Jahren massenhaft Zeitarbeiter, Minijobber und Scheinselbständige nicht viel mehr auf der Hand als das (Nicht-mal-) Existenzminimum.

Bundeskanzler Olaf Scholz nahm den Bürgergeld-Kompromiss am 22. 11. 2022 bei einem »Wirtschaftsgipfel« in Berlin erfreut zur Kenntnis. Man werde »jetzt eine ganz große Sozialreform beschließen«, verkündete der Sozialdemokrat. »Das ist jetzt in einer Art und Weise formuliert worden, wo, glaube ich jedenfalls, die Regierungsparteien alle drei für sich sagen können: Sie sind damit sehr zufrieden. Ich hoffe, auch die Opposition wird das sagen, und dann ist ja alles okay.«

Der Bundesrat hat inzwischen dem Bürgergeld-Gesetz zugestimmt.

Infostand in Butzbach wirbt für Armutsforum mit Dr. Christoph Butterwegge

Am 13. Dezember 2022 findet um 19 Uhr in der Friedberger Stadthalle das fünfte Forum des Vereins "Linke Hartz4-Hilfe Wetterau" statt. Thema ist die wachsende Armut. Der bekannte Armutsforscher Dr. Christoph Butterwegge wird dazu informieren und diskutieren.
In Hessen stieg die Armutsquote auf 18,3 Prozent. Die Kinderarmut liegt bei 25 Prozent. Schon lange ist Armut keine Randerscheinung mehr. Die Inflation und hohe Energiekosten verschärfen die Situation. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat. 
Über Armut wird kaum gesprochen. Es gibt keine ausreichenden Programme für bezahlbaren Wohnraum, für gute Löhne oder absichernde Sozialleistungen. Mehr als 70 Prozent der Menschen, die Hartz4 erhalten, arbeiten im Niedriglohnsektor und können ihre Lebenshaltungskosten nicht decken. Und dann müssen sich die Betroffenen auch noch anhören, sie seien arbeitscheu und faul. Arrogante Politiker mit satten Monatseinkommen geben Spartipps. Als ob arme Menschen nicht am Besten wüssten, wie sie ihre mageren Euros einteilen müssen. Als ob arme Haushalte nicht schon in den vergangenen Jahren an der Heizung gespart hätten. Überheblichen Spott brauchen sie nicht auch noch!
Es wird Zeit, dass Armut nicht mehr totgeschwiegen wird! Es wird Zeit, dass die Diskriminierung der Betroffenen aufhört! Es wird Zeit, dass Forderungen an die Politik gestellt werden!

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Forum mit Armutsforscher Butterwegge

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Der Verein Linke Hartz4-Hilfe wird 10 Jahre alt

Im November 2012 wurde der Verein gegründet. Seit Januar 2013 finden zweimal wöchentlich Sozialsprechstunden im Roten Laden statt. Es ist ein Jubiläum, auf das wir sicher stolz sein können. Aber es ist auch ein trauriges Jubiläum! Denn für viele Menschen sind wir Anlaufstelle, weil die Ämter nicht ausreichend Hilfe geben, Anträge zu lange bearbeitet werden, Bescheide fehlerhaft sind oder gar mit Schikanen und ausufernder Bürokratie Druck ausgeübt wird. Die Zahl der Hilfesuchenden hat in den letzten Jahren zugenommen. Das ist nicht allein wegen Corona. In Hessen ist die Armutsquote auf 18,3 Prozent gestiegen. Fast 1,5 Millionen Hessen sind arm. Darüber wird nicht gesprochen. Darauf wird politisch kaum reagiert. Ein Armutszeugnis!

 

Aufpassen und beide Entlastungszahlungen einfordern!

Hartz IV Beziehende, die zugleich erwerbstätig sind, können zwei Pauschalen als Unterstützungsleistungen beziehen. Einmal den Sofortzuschlag für Hartz IV Leistungsberechtigte in Höhe von 200 Euro und zum anderen die Energiepreispauschale (EPP) aus dem Steuerentlastungsgesetz, die allen Arbeitnehmern über ihren Arbeitgeber im September ausgezahlt wird.

Ende Juli/ Anfang August begann die Auszahlung des Hartz IV-Corona-Bonus in Höhe von 200 Euro. Das Entlastungspaket der Bundesregierung sieht zudem eine einmalige Energiepauschale in Höhe von 300 Euro vor, die im September ausgezahlt wird. Wer aufstockende Hartz IV Leistungen bezieht, kann beide Entlastungszahlungen erhalten.

Die Sprechstunde macht Sommerferien

Die Sozialsprechstunde ist während der Sommerferien geschlossen.

Letzte Sprechstunde vor den Ferien: 28. Juli 2022

Erste Sprechstunde nach den Sommerfereien: 8. September 2022

Dann wie gewohnt 

jeden Montag von 14 bis 16 Uhr und jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr.

Im Notfall: mail an

 

Chor:

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