Foto: Peter Zeichner.und Gabi Faulhaber (vorne), Anja ElFechtali, Viktoria Klaus - Piratin (hinten)

Fraktion DIE LINKE. / Piraten im Kreistag der Wetterau.


Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen: Interessant ist, was nicht drin vorkommt

Kreistag, 5. Juni 2019
Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen Berufschulen


Herr Kreistagsvorsitzender, meine Damen und Herren,

nun ist der Schulentwicklungsplan mit vierjähriger Verspätung endlich da, enthält aber wenig Neues. Der wichtigste Punkt ist sicherlich die bereits vollzogene Fusion der Berufsschulen Nidda und Büdingen.
Dass der Wetteraukreis dem nun formalrechtlich nachkommen muss, sehen wir ein.
Die schulorganisatorische Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme darf jedoch bezweifelt werden.

Meine Damen und Herren,
der Wetteraukreis hat in der Presse vollmundig mitgeteilt, „zukünftig alle Investitionen im Hinblick auf die geplante Fusion auszurichten.“
Im KIP 2-Programm sind dann auch Investitionen für Brandschutzmaßnahmen in Höhe von 230.000 € für die Berufsschule Büdingen eingestellt.
Die Bausubstanz am Standort Nidda ist dagegen im Originalzustand von 1974 erhalten – mit den entsprechenden energetischen Werten und sanitären Anlagen.
Jahrelang wurde jede Anfrage aus Nidda zur Renovierung und Sanierung mit dem Verweis auf den ausstehenden Schulentwicklungplan vertagt!
Nun ist er da – und es gibt weiterhin nichts.

Kritisch anzumerken ist am vorliegenden Schulentwicklungsplan daher nicht, was er enthält, sondern was er nicht enthält:
In einer Zeit, in der Handwerksbetriebe volle Auftragsbücher haben, aber keine Auszubildenden finden, wird nicht etwa das Angebot der Berufsschulen wesentlich gestärkt. Es wird nicht die dringend notwendige Integration von jungen Migrant/innen oder die Inklusion von jungen Menschen mit Behinderung verbessert.
Es gibt kein Konzept, wie man der Aushöhlung des vielgepriesenen Dualen Systems begegnen will. Oder ob und wie Vollzeitschulformen an den Beruflichen Schulen eingerichtet werden könnten. Es gibt kein gemeinsames Konzept, an dem alle Wetterauer Schulen beteiligt sind.
Wer aber nicht infrastrukturell denkt und mit Betrieben, IHK und Handwerkskammer für Ausbildungsplätze sorgt, kümmert sich nicht um langfristige Bedarfslagen.
Wir lehnen diesen unzureichenden Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen in der vorgelegten Form daher ab, nicht aber einzelne Punkte des Begleitantrags der großen Koalition, weshalb wir um getrennte Abstimmung bitten.

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