Änderungsantrag zum Klimaschutzkonzept des Wetteraukreises: Trinkwasserressourcen schützen!

Weil die regulären Anträge der Fraktion DIE LINKE. im Ausschuss RUW (Regionalentwicklung, Umwelt und Wirtschaft) von der Koalition abgelehnt und nicht für die Kreistagssitzung zugelassen wurden, mussten wir diesen Änderungsantrag stellen. Sonst würde der Trinkwaserschutz in der Kreistagsdebatte am 20. Juli 2022 keine Rolle spielen.

 

Die Fraktion DIE LINKE. stellt zur Kreistagssitzung am 20. Juli 2022 folgenden Änderungsantrag den Tagesordnungspunkt 6 „Anpassung der Klimaschutzziele des Wetteraukreises“ betreffend:

Das Klimaschutzkonzept 2020 des Wetteraukreises wird mit dem Ziel „Wasserressourcen schützen“ wie folgt ergänzt:

Bei allen Neubauten des Wetteraukreises sind grundsätzlich zwei Wassersysteme einzuplanen: Trinkwassersystem und Betriebswassersystem. Zisternen bzw. Sammelstellen für Betriebswasser sind einzuplanen.
Ebenso werden bei Sanierungen von Liegenschaften des Wetteraukreises
die Wasserversorgungssysteme in Trink- und Brauchwassersystem getrennt, um den Trinkwasserverbrauch zu vermindern.



Begründung:

Eine Trennung von Trink- und Brauchwasser war in den Klimaschutzzielen 2020 nicht vorgesehen. Im Änderungsantrag von SPD und CDU vom 13. Juli 2022 konnte sich die Koalition „bei Neubauten von Gebäuden“ lediglich zu einer Prüfung durchringen, „ob ein Einbau Vorrichtungen zur Sammlung und Nutzung von Betriebswasser wirtschaftlich vertretbar und ökologisch unter Einbeziehung des Ressourcenmehraufwands geboten ist“ .
Ein solcher Zusatz ist nicht nur völlig unzureichend, sondern direkt skandalös!
Zahlreiche Untersuchungen und Expertisen belegen, wie wichtig energische Trinkwassereinsparungen sind. Wenn sich die Koalition eventuell nicht für wissenschaftliche Untersuchungen interessiert, dann sollte sie immerhin zur Kenntnis nehmen, dass aufgrund der mehrjährig anhaltenden Trockenheit schon zahlreiche Kommunen im Kreisgebiet Notfall-Beschlüsse fassen mussten. Im Grundwasser-reservoir Vogelsberg sind bis dieses Jahr 70 Prozent der Quellen verloren gegangen!
Wer jetzt noch „prüft“ ob „ob ein Einbau Vorrichtungen zur Sammlung und Nutzung von Betriebswasser wirtschaftlich vertretbar und ökologisch unter Einbeziehung des Ressourcenmehraufwands geboten ist“, ignoriert gänzlich den Ernst der Lage!
Mit der Klimakrise wird sich auch die Trinkwasserknappheit verschärfen. Der aktuelle Trinkwasserverbrauch trägt hierzu aktiv bei. Die Tatsache, dass beispielsweise für Toilettenspülungen Trinkwasser verbraucht wird, lässt sich nicht rational begründen. Außer mit dem Argument der Kosteneinsparung. Diese Argumentation wird jedoch nicht lange anhalten und sich auf lange Zeit rächen. Denn: Je knapper das Trinkwasser, desto teurer wird es. Langfristig betrachtet können Argumente nicht wirklich aufrecht erhalten werden, die die Trennung von Wassersystemen negieren.

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