Foto: Peter Zeichner.und Gabi Faulhaber (vorne), Anja ElFechtali, Viktoria Klaus - Piratin (hinten)

Fraktion DIE LINKE. / Piraten im Kreistag der Wetterau.


Runder Tisch Trinkwasser- und Grundwasserschutz

Die Fraktion DIE LINKE. / Piraten stellt zur Kreistagssitzung am 23. September 2020 folgenden Antrag:
Der Kreistag möge beschließen, einen Runden Tisch zum Thema
Wasserpolitik, Trinkwassermangel, Dürre und Gegenmaßnahmen im Wetteraukreis einzurichten.
Ziel soll sein, Konzepte zum Schutz der Trinkwasserreserven und der nachhaltigen Wasserwirtschaft zu entwickeln und die ressourcenbelastenden Fernwasserlieferungen in die Metropole Frankfurt auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
Der Runde Tisch soll den Ausschuss RUE und den Kreisausschuss bei zukünftigen Entscheidungen und bei der Entwicklung zukünftiger Wasserschutzkonzepte beraten.
Am Runden Tisch werden – zusätzlich zu Vertreter*innen der Kreistagsfraktionen – Umweltverbände und die Schutzgemeinschaft Vogelsberg beteiligt.
 
Begründung:
Nach inzwischen drei sehr trockenen Sommern und dem siebten zu trockenen Frühling in Folge werden der Grundwasserschutz und eine nachhaltige Wasserwirtschaft immer dringlicher.
Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) veröffentlichte einen besorgnis-erregenden Dürremonitor: Von zehn Hitzejahren in Deutschland lagen neun in den
letzten 20 Jahren. Seit 1953 beobachtet das UFZ hydrologische Dürren und stellt gravierende Folgen für Pegel und Grundwasser fest. Die Wasserstände fallen unter frühere Normalwerte. Wasserreserven im Grundwasser, in Seen und Talsperren sinken.
Laut der Initiative Rettet unseren Burgwald e.V. gab es seit 2003 in Hessen keine meteorologischen Nassjahre mehr. Trockene Sommer und schneearme Winter lassen die Grundwasserreserven fallen.
Zur Verschärfung der Lage trägt auch das klimabedingte verkürzte Winterhalbjahr bei. Denn in den dadurch längeren Vegetationsperioden kann sich aufgrund der starken Verdunstung kaum Grundwasser neu bilden. In der Folge sind Natur, Landwirtschaft und Forst im Sommer immer stärker auf die verbleibenden Grundwasserreserven angewiesen.
In Trockenzeiten beansprucht auch die kommunale Wasserversorgung das Grundwasser vermehrt. In den heißen Sommern steigt der Pro-Kopf-Verbauch enorm an.
Die Folgen der Trockenheit sind so gravierend, dass man nicht einfach weitermachen kann wie bisher! Die Lieferung von vielen Millionen Kubikmetern Fernwasser in die Metropole Frankfurt aus dem gesamten Umland (ganz Süd- und Mittelhessen) muss dringend reduziert werden.
Die Hoffnung, dass sich die Grundwasservorräte nach Trockenperioden schon wieder irgendwie auffüllen werden, haben sich in den letzten Jahren nicht bestätigt.
Heutige politische Entscheidungen im Wasserressourcenmanagement sind für 80 Jahre und mehr wirksam, während sich die klimatischen und demografischen Rahmenbedingungen viel schneller ändern. Eine klimafeste Wasserwirtschaft muss somit den Anforderungen einer vorausschauenden Daseinsvorsorge dienen.

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